Die illustre Geschichte unseres Hauses

Das Traditionslokal an der Burgstraße 5 ist vielen noch als „Weinstadl“ bekannt. Eines der ältesten erhaltenen Bürgerhäuser Münchens ist ein Kleinod der Stadtgeschichte. Neben dem Alten Hof gelegen gehört es zum Kern der historischen Altstadt, die Wurzeln des denkmalgeschützten Anwesens reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Damals diente es angesehenen Patrizierfamilien – vornehmlich Salz- und Weinhändlern – als nobler Stadtwohnsitz.

Stadtschreiberei und Weinstadel. Von 1550 bis 1612 beherbergte
das Gebäude zwischen Burg- und Dienerstraße die Stadtschreiberei
und das Amt für Isargoldwäscherei. Der Stadtschreiber war einer der wichtigsten Beamten, denn er administrierte die finanziellen Belange
der Stadt. Zur gleichen Zeit war auch der städtische Weinstadel im Kellergewölbe des Anwesens untergebracht und blieb dort bis 1809. Weine aus dem In- und Ausland wurden hier gelagert und verzollt.
Davon zeugen heute noch die beiden Tore, durch die früher die Weinkutscher ein- und ausfuhren. Schon in dieser Zeit gab es einen Ausschank zur Dienerstraße hin, wo der edle Rebensaft den Bürgern kredenzt wurde.

Eine Sternstunde der Wissenschaft schlug hier in der Nacht vom
12. Oktober 1758. Der kurfürstliche Rat Johann von Linprun gründete
in seinem damaligen Stadthaus mit anderen Gleichgesinnten die „Bayerische Gelehrte Gesellschaft“, die ein halbes Jahr später vom Kurfürsten zur „Bayerischen Akademie der Wissenschaften“ erhoben wurde.

Einige architektonische Raritäten sind im Hofer zu bewundern.
Im spätmittelalterlichen Laubenhof, dem Laubengarten steht der „Schneck“, ein tuffsteingemauerter Turm, dessen Treppe sich einem Schneckenhaus ähnlich nach oben windet. Gleich hinter dem Eselsrückenportal versteckt sich die sogenannte „Himmelsleiter“,
eine steile Treppe, die über alle Stockwerke bis unters Dach führt.
Und im Erd- und Untergeschoß beeindrucken die stimmungsvollen gotischen Kreuzgewölbe.

Typisch für Altmünchner Häuser sind die beiden Gauben rechts und
links des Daches, sogenannte „Ohrwascheln“. Etwas ganz Besonderes ist die wunderschöne Renaissance-Fassade, die erst 1963 freigelegt und restauriert werden konnte. Sie stammt aus der Mitte des 16. Jhr. von dem bekannten Münchner Maler Hans Mielich. Nach ihrer Sanierung im Jahre 2008 erstrahlt das Haus an der Burgstraße nun in altem Glanz.

Kultur und Gastfreundschaft. So birgt dieser bedeutsame Ort ein
Stück Münchner Stadtgeschichte. Dieser Tradition durchaus verpflichtet wollen wir die Gaumenfreuden keinesfalls vergessen.
Auch hier gilt es, eine lange und schöne Tradition zu pflegen – die der bayrisch-österreichischen Küche.

Lassen Sie sich in diesem Sinne mit Lust und Freude kulinarisch verwöhnen. Dazu ein Glas Wein oder ein frisch gezapftes Bier.
Wohl bekomm´s!

Hofer. Der Stadtwirt

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